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 Genau heute vor einem Jahr bin ich auf meinen Jerusalemweg von Deggendorf nach Niederalteich gepilgert und war von der lieblichen Landschaft der Donau, der lockenden Berge am Horizont und der Freundlichkeit der Bayern begeistert. Ein Jahr später habe ich in meinem Leben mal wieder eine völlige Kehrtwendung gemacht und nun wohnen wir nur 15 km von Niederalteich entfernt, im hübschen, kleinen Ort Schöllnach.  Holger hat sein Berufsleben vorzeitig an den Nagel gehangen und wir wollen es uns nun die letzten Jahre gemeinsam gemütlich machen. Ja und was gibt es da besseres, als mal wieder zu pilgern. Es geht wieder los, diesmal nicht allein, sondern zu zweit. Wir wollen von Pristina bis an die türkische Grenze laufen. Was für ein Abenteuer in dieser Konstellation. Allen Sorgen zum Trotz freue ich mich drauf. Manchmal werde ich gefragt, warum ich immer wieder pilgere? Ob ich vor etwas weglaufe? Warum ich nicht anders verreise. Mein Sohn würde sagen: Weil ich es kann! Das wäre aber z...

Meine Entscheidung ist gefallen

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 Nachdem ich in mich gegangen bin, gemerkt habe, dass ich gerade nicht ganz glücklich bin, habe ich beschlossen in Pristina meine Pilgerwanderung zu beenden. Ich werde zu Hause alles überdenken und mit Abstand betrachten, um dann zu entscheiden ob und wie der Weg weitergeht. Ich habe Holger gebeten zu schauen, wie ich zurück komme. Mit dieser Entscheidung werde ich etwas ruhiger und kann schlafen. Morgens klingelt der Wecker früh und ich fühle mich viel besser und laufe in den letzten, den 101. Pilgertag. Schon nach den ersten Metern melden sich die Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung an. Ich zweifel an mir und meiner Entscheidungsfähigkeit und beschließe zu laufen, in diesen letzten Tag und heute Abend nochmals alles zu überdenken. Vushtrri ist am Sonntag morgen ausgestorben und nicht eine Möglichkeit für einen Kaffee lässt sich finden. Es geht aus dem Ort hinaus ins freie Feld und am Fluss entlang, der mehr eine Kloake als ein Gewässer ist. Überall liegt wieder Müll und d...