Ein bisschen Urlaub im Urlaub muss sein
Wer zuviel bestellt, hat ein Frühstück. Unsere Riesenpizza ließ gestern keinen Platz für den Nachtisch und so habe ich aus einer Portion Palatschinken zwei Frühstücke gezaubert.
Dadurch können wir uns den Weg in den Ortskern sparen und auf einer Abkürzung durch Weingärten zurück auf den JW gehen.
Wie finden die Markierung und werden in einem schattigen Hohlweg geführt. Die Wetteraussichten sind für die kommenden Tage himmelblau und jeden Tag ein klein bissel mehr auf der Temperaturskala. Heute sind wir bei 29°C.
Bald können wir wieder an großen Feldern vorbei und später an einer Tankstelle so mitten im Nirgendwo. Wir laufen parallel zur Donau aber ein Auwaldstreifen verwehrt uns den Blick darauf. Er hält auch den Wind ab, sodass es schön warm ist.
Wir passieren ein Kieswerk, vor dem eine große " Düne" aufgeschüttet ist. Die " Düne Duna". (Ein kleines Wortspiel).
Wir kommen nach Harta und eigentlich geht der JW daran vorbei, aber Durst und Hunger lassen uns abbiegen. Im Ort finden wir ein Restaurant und genießen die erste große Pause. Bisher haben wir nur kurz zum trinken angehalten. Hier gibt es eine neue Sorte alkoholfreies Radler, dass auch schmeckt.🫠
Holger studiert noch einmal die Landkarte und findet den "alternativen" JW. Statt zurück auf den Damm an die Donau zu laufen findet er einen Weg quer durch die Felder, dass spart uns auch ein Stück Straße. Wir laufen durch endlose Sonnenblumen- und Getreidefelder, welche golden die Sonne reflektieren. Es ist einfach nur schön. Blühstreifen voller Schmetterlinge und ab und an ein bisschen Schatten, was braucht es mehr?
Dann müssen wir aber noch 2 km auf dem Radweg an der Straße laufen und bei Holger ist die Luft raus. Er schimpft ein bisschen, aber es hilft nichts.
Wir kommen nach Szelidi, einem kleinen Ort an einem See. Eigentlich wollten wir am Sonntag Pause machen, aber da sind wir in einem kleinen Dorf ohne Infrastruktur. Deshalb hat Holger eine schöne Lodge, direkt am See für 2 Nächte gebucht, um ein bisschen Urlaub in seinem Urlaub zu machen.
Es wird für uns die Panorama-Sauna angemacht und so relaxen wir nach 31 km im Staub.
Dann gehen wir in ein "Familienrestaurant" und essen einen mäßigen Burger. Auf unsere Bitte nach Besteck, wurde uns eines hingestellt. Ungarn überrascht immer wieder.
Wir essen unseren ersten Langos und sind überrascht, dass er gar nicht so fett schmeckt, wie gedacht. Auch hier outen wir uns als Nicht- Fast- Food- Experten, denn wir fragen nach Besteck. Außer einen komischen Blick bekommen wir immerhin zwei Mal Besteck.
Die Lodge ist das erste Haus am Platz, aber einen Zimmerservice gibt es nicht. Das exklusivste ist die Website.🤭 Allerdings hat der Preissturz heute noch zu neuen Gästen geführt.
Abends ist an Schlafen nicht zu denken, da gegenüber eine Diskothek ( so sagt man nicht mehr, oder?) aufgebaut wurde und die Bässe bummern. Zum Glück ist mein Holger dabei, der noch einmal aufsteht und sich beim Personal beschwert, denn auf der Website wurde die Ruhe vermarktet. Wir bekommen das Zimmer, dass am weitesten entfernt ist und ziehen zum Schlafen um. Es ist viel größer als unseres und hat den Seeblick der uns bisher verwehrt war. Die Bässe bummern immer noch, aber bei weitem nicht mehr so schlimm, sodass wir schlafen können. Drei Uhr ist die Party zu Ende.
Morgens genießen wir nochmals das gute Frühstück und stoßen mit einem Prosecco auf den Sonntag an.
Wir checken aus und Holger betont noch einmal seinen Unmut. Der Manager entschuldigt sich und erlässt uns die Getränkerechnung.
Wir starten und dieser Tage ist wie die letzten Tage: himmelblau, sonnig und der Weg ist wie: täglich grüßt die Weite der Felder (Mais, Getreide und heute auch Mohnkapseln), die Hasen, Rehe und Fasane.
Ein leichter Wind versucht uns Kühlung vorzugaukeln aber es ist irre heiß. In der Mittagshitze kommen wir in Kalocsa, eine der ältesten Städte Ungarns an.
Um die Kathedrale herum ist eine große Baustelle und hinein kommt man nur mit einem Kombi- Ticket für das Museum. Also gehen wir dran vorbei.
Priesterseminar
Wir laufen durch die Stadt und in der Fußgänger - Passage ist ein Fest aufgebaut " Blaue Vogel Fest" mit lustigen Kinderspielen.
Dann kommen wir zu Spar und kaufen für das Abendessen und Frühstück ein, denn heute übernachten wir in der Pilgerherberge in Fajsz. Dort gibt es zwar ein Restaurant, doch ob es offen ist, ist ein Glücksspiel. 50:50 sind die Chancen.😌Sicher ist sicher.
Wir sitzen direkt an der Donau und lassen es uns gut gehen.
Da die Hitze noch größer wird und Holger noch genug Zeit hat, beschließen wir in den nächsten Tagen nur kurze Etappen zu gehen.
Abends setzen wir uns mit unserem Wein an die Donau und genießen die Stimmung. Dabei beobachte ich einen Radler, der mit seinem bepackten Rad im Dickicht verschwindet. Wir überlegen, ob es ein Radpilger ist. Vielleicht eine Deutscher oder Holländer? Wenn er zeltet, freut er sich bestimmt über eine Dusche. Ich beschließe ihn zu fragen und gehe hin. Da kommt er mit schon entgegen. Ja gerne würde er duschen. Aber erst noch die Stimmung genießen. Holger spendiert sein Bier und wir sitzen und reden über Abenteuer. Alex ist Bulgare, der in Serbien gelebt hat und seit 6 Jahren in Münster wohnt. Ein Globetrotter der besonderen Art. Er will alle Länder bereisen und ist jetzt auf dem Weg nach Aserbaidschan. Wahnsinn! Nächstes Jahr ist Südamerika dran. Wir amüsieren uns herrlich über seine direkte Art. Dann ist die Dusche dran und wir tauschen Telefonnummern, falls ich einen Übersetzer brauche. Cool, wieder einen Anker ausgeworfen.
Wir verabschieden uns und gehen auch schlafen.























































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