Am nächsten Morgen laufen wir zum Bäcker und kaufen unsere Bougatsa Crema zum Frühstück. Schnell Kaffee kochen und dann vor das Haus setzen und genießen. Ach die schmecken soooo lecker. Holger will sicher sein, dass wir heute im Kloster in den Bergen unterkommen, doch wird er am Telefon abgehängt, weil die Schwester kein Englisch spricht. Holger wird nervös und seine Laune ist angeknackst. Ich vertraue einfach wieder blauäugig dass es klappt, sind wir doch nicht die ersten Pilger die an die Tür klopfen.
Dann noch schnell im Laden viel Proviant besorgen, denn wer weiß, ob wir im Kloster etwas zu Essen bekommen? Ich denke ja, doch Holger zweifelt. Durch all diese Dinge starten wir heute sehr spät und es ist schon heiß. Wir haben wieder 6 Liter Wasser dabei, dass muss reichen.
Endlich laufen wir los und der Weg ist anfangs gut über Felder zu laufen. Wir laufen wieder an riesigen Sonnenblumenfeldern vorbei. Der Blick in die Berge ist famos und wir kommen gut voran.
Ja und dann wird der Weg unwegsamer, bis er irgendwo im Ilex- Gestrüpp verschwindet. Ich suche kriechend den Weges und mein Tuch bleibt im Busch hängen und die Kopfhaut wird leicht geritzt. Ehrlich, da will auch ich nicht weiter.
Holger schimpft, findet bei Maps angeblich eine Straße in der Nähe und so laufen wir in diese Richtung quer feldein. Doch die Straße kommt nicht. Ich schaue bei Komoot und finde Feldwege, die uns nach Iliokomi führen könnten und dort treffen wir wieder den JW. Holger vertraut mir nicht und meint ich hätte das falsche Dorf im Visier. Ich lasse ihn meckern und laufe einfach los. Tatsächlich kommen wir auf einen Feldweg der gangbar ist, der nächste Feldweg noch möglich und der dritte schon wieder zugewachsen, aber noch machbar, da es nur Gras ist. Dann stossen wir auf einen breiteren Weg und Holger meint, ich sei auf dem Holzweg, wir laufen im Kreis und müssten links. Okay, sein Orientierungssinn ist bekanntlich nicht der Beste. Ich zeige ihm die Karte und überlasse ihm die Entscheidung mit mir nach rechts zu gehen oder allein nach links und wir treffen uns in Iliokomi. Da trottet er hinterher und tatsächlich kommen wir dort an. Doch Holger glaubt es mir erst, als er unsere Position auf der Karte sieht. Ehrlich!!
Ein Auto mit Esslinger Kennzeichen hält auf dem Dorfplatz an und eine Frau ( auch Griechin, die in Deutschland lebt) spricht uns an. Holger erzählt kurz und fragt, ob man im Monastery Eikosifonissa übernachten kann. Ja, kann man. Er fragt, ob sie anrufen kann, weil er abgehängt wurde. Sie meint, nein, wir können da schlafen, sie haben viele Betten. Inzwischen sind zwei Frauen dazugekommen und die Andere fragt diese, ob man im Kloster übernachten kann. Sie bejahen es auch. Holger erklärt, dass er nicht umsonst auf den Berg laufen will und ich bremse ihn. Er soll sich mal entspannen, dass wird schon. Die Frau bietet uns an hochzufahren, doch dass lehnt er Gott sei Dank ab.
Im Laden bekommt er zwei Flaschen Wasser und zwei süße Riegel geschenkt und wir freuen uns über die Freundlichkeit der Leute. Im Schatten einer Bank trinken wir etwas, bevor wir weiter laufen.
Danach überlasse ich Holger die Entscheidung: Straße oder JW. Ich habe keine Lust mehr auf seine Laune und latsche lieber Straße, als nochmals falsch zu liegen.
Doch er entscheidet sich für JW und der ist anfänglich wieder sehr schön.
Auf einer Anhöhe ist der Weg plötzlich nicht mehr erkennbar, da überall hohes Gras wächst. Doch an den Strommasten können wir uns orientieren und finden auch bald wieder einen Weg. In der Ferne sehe ich einen herrlichen, allein stehenden Baum und muss hin, um ihn zu fotografieren.
Daneben finde ich eine Tiertränke, die von Bergwasser gespeist wird. Perfekt. Haare und Tuch nass zur Abkühlung und da mein T-Shirt Shirt eh nass geschwitzt ist, ziehe ich es kurzerhand aus und halte es unter das kalte Wasser. Was für eine Wohltat. Inzwischen ist die Temperatur sicher auf 30° C geklettert und wir laufen ständig in der prallen Sonne.
Ja und dann geht es auf die Straße, die zum Kloster hinauf führt. Fünf lange Kilometer ständig bergan ohne ein Zipfelchen Schatten und gute 600 Höhenmeter zu überwinden. Holger stellt auf "Maschine" um und läuft ohne nach links und rechts zu schauen hinauf. Ich lege öfter eine Fotopause ein, trinke in regelmäßigen Abständen und Holger meint, ich solle das Wasser einteilen. Mich wundert es, denn wir sind auf der Ziellinie. Doch er denkt, wir wären erst auf einer Zuwegung zur Straße. Ich zeige ihm die Karte und dann darf ich trinken soviel ich will. In den Kehren haben wir schöne Ausblicke ins Tal und die Ferne. Weiter oben kreisen riesige Vögel über uns. Ich versinke in Gedanken und bitte den Herrn uns nicht umsonst hinauf laufen zu lassen, denn dann wäre die Laune von Holger ganz im Keller und ich glaube, er würde hinschmeißen.








Endlich kommen wir an und das Tor ist offen. Holger schickt mich vor, das Bett klar zu machen, denn es war ja meine Idee hierher zu laufen. Naja, eigentlich ist es einfach nur der JW.



Zuversichtlich gehe ich in den Laden und erkläre mein Begehr, doch die Schwester versteht mich nicht. Zum Glück habe ich meine Bitte mit dem Google- Übersetzer auf Griechisch als Screenshot notiert und halte ihr mein Handy vor die Nase. Sie telefoniert und bittet uns zu folgen. Sie bringt uns zu drei Schwestern und zwei können Englisch. Ich erzähle kurz und frage, ob wir hier schlafen können. Ja klar, kein Problem. Sie fragen, ob es ein Problem ist, wenn wir in einem Zimmer schlafen. Wir klären sie auf, dass wir verheiratet sind und es kein Problem ist. Eine fragt: Sicher? Alle lachen und ich sage: an guten Tagen ist es kein Problem...heute ist ein guter Tag. Sie laden uns zur Messe um 18 Uhr und zum Lunch um 19 Uhr ein. Dann zeigt uns eine Schwester den Schlafraum und die Toiletten. Alles da, klösterlich einfach und ein wenig mit Spinnweben verhangen. Doch ich bin dankbar und erfreue mich an der Schlichtheit.
Wir waschen uns mit kaltem, frischen Wasser und hängen die Sachen zum trocknen in die Sonne. Auf einer Treppe im Schatten essen wir etwas und dann ruhen wir aus. Holger auf dem Bett, ich im Garten und im Kreuzgang an der Kirche.




Die Messe ist so ganz anders als wir sie kennen. Die Lesung wird in einer monotonen Stimmlage mit vielen Wiederholungen ( ich verstehe nur Gloria) gelesen und lässt meine Gedanken zur Ruhe kommen. Ich schaue in mich und fühle mich geborgen. Dann singen die Schwestern wunderschön in verschiedenen Stimmlagen. Nach einer Stunde ist die Messe beendet und wir werden zum Dinner geführt. Gemeinsam mit den Angestellten essen wir in einem Gewölbe Gemüse, Brot, Nudeln und Oliven. Dazu gibt es Quellwasser. Holger hätte lieber ein Bier, aber hier ist nicht "wünsch dir was". Das ich die Einfachheit genieße versteht er nicht ganz. Wir kommen zeitnah ins Bett und zum ersten Mal kommt der Schlafsack zum Einsatz, denn die Decken sind mir zu fett. Bei offenen Fenster schlafe ich schnell ein. Nachts werde ich von einem furchtbaren Krach geweckt. Es bellt, jault, und heult, dass sich die Balken biegen. Wir sind uns nicht sicher, ob es Hunde ( weit und breit ist nichts), Wölfe oder Schakale sind. Es ist richtig gruselig und ich denke an die Pilger, die mit Zelt unterwegs sind. Da würde ich die Krise bekommen. Jedwedes Tier nachts im Zelt ist gruselig für mich. Hier gibt es nicht nur Spinnen und Käfer, sondern auch immer wieder Schlangen.
Morgens wache ich frisch vergnügt vom 6 Uhr- Läuten auf und stehe auf. Holger hat Anlaufschwierigkeiten. Wir gehen zum Frühstück, dass aus Brot, Butter, Marmelade und Oliven besteht. Dazu gibt es Tee. Ich freue mich über das Marmeladenbrot.
Heute kommen wir tatsächlich einmal früh los. Was wir gestern auf der einen Seite hochgelaufen sind, laufen wir heute auf der anderen Seite wieder hinunter.
Es ist angenehm warm und ein paar Wolken hängen unter uns. Der Blick in die Ebene ist spektakulär. Wir kommen an noch einem Frauenkloster vorbei und gehen durch das offene Tor. Doch werden wir sofort von einer Nonne wieder hinaus geschickt, weil wir nicht orthodox sind.
Weiter unten ist noch ein Kloster mit Brüdern und dort dürfen wir selbstverständlich die Kirche besichtigen.
Wir laufen weiter und da die Sonne von hinten kommt, machen wir ein Schatten - Selfie.
Auf dem gemähten Randstreifen sonnt sich dieses Exemplar.
Dann sind wir am Fuße des Berges und laufen auf einem Feldweg, von dem wir dann auf eine Straße abbiegen, die sich schnurgerade in der Sonne durch die Landschaft zieht.
Ein Blick zurück, da oben waren wir.
Acht Kilometer folgen wir der Straße, vorbei an riesigen Feldern.
Dann biegen wir ab und laufen drei Kilometer geradeaus nach Kalamonas, wo das 2. Frühstück wartet. Am Ortsanfang begrüßt uns der Pope, der auch in Deutschland war. Er beneidet uns und erzählt, dass er nebenbei noch als Maler arbeitet, da er als Pope nicht bezahlt wird. Er schickt uns zu seinem Cousin in die Bar.
Auf dem Dorfplatz blüht eine Linde, in deren Schatten wir unser Käsebrot essen, sozusagen das 3. Frühstück.
An der Kirche finden wir einen Wasserhahn, wo wir uns unter Wasser setzen, um auf der Landstraße in der Mittagshitze keinen Sonnenstich zu bekommen. Ein kleines Stück geht es nun auf einem Feldweg entlang, bevor wir wieder auf eine lange, gerade Straße kommen. An Sonnenblumen- und Mais- Feldern, sowie an einer Kiwi -Plantage laufen wir vorbei und versuchen den Verkehr zu ignorieren.
In der Ferne sehen wir die Akropolis von Philippi.




Langsam ziehen am Himmel von allen Seiten Wolken auf und Holger wird wieder hektisch. Er will den kürzesten Weg zum Appartement, aber der ist wesentlich weiter als bis zur Kirche der Lydia, wo ich unbedingt hin möchte. Ich erkläre Holger, dass wir eher in der Kirche sind und sollte es wirklich anfangen zu regnen, können wir den Regen dort abwarten. Zumal ich noch keine Info vom Appartement habe, wie wir da reinkommen. Der Vermieter wollte sich bis mittags melden, hat er aber nicht. Ich zeige Holger den Weg und wir laufen los. Doch der wird schmaler und am Ende landen wir im Brombeergestrüpp. Oh weh, sofort kippt die Stimmung. Es fehlen ungefähr 5 Meter und da müssen wir durch. Wir kommen zerkratzt an der Leitplanke der Schnellstraße an, klettern drüber, rennen über die Fahrbahn, um an der anderen Seite über die Leitplanke zu klettern und durch Gestrüpp und Gras auf eine kleine Straße zu gelangen. Dunkle Wolken am Himmel und auf Holgers Stirn. Wir schauen uns die Kirche und die Stelle an, an der Lydia, als erste Europäerin von Paulus getauft wurde. Ein sehr schön gestaltetes Ensemble.
Ich frage einen Popen in der Kirche nach einem Stempel. Doch er meint, er sei nicht von hier. Okay, ich probiere es im Souvenirladen und....es ist heute kein Problem. Was für ein Glück.
Holger hat inzwischen den Vermieter kontaktiert und wartet auf Antwort. Die Wolken haben sich hinter dem Berg von Philippi verzogen und wir wollen los, als Holger merkt, dass er sein Telefon liegen lassen hat. Zum Glück ist es noch da.
Dann gehen wir und der nächste Disput beginnt. Holger hat bei Maps die Wegführung des JW nach
Kirinidis nicht gefunden und meint das geht nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen, da niemand vor uns etwas dieser Art gemeldet hat, geht es doch um etwa zwei Kilometer. Wir laufen los und tatsächlich wurde das Gelände der Ausgrabungen erweitert und ein neuer Zaun gesetzt, sodass es nicht funktioniert. Ich bin vorgelaufen und Holger hat inzwischen mit der Museumsdame verhandelt und so dürfen wir unterhalb durch das Ausgrabungsgelände laufen. Leider ist dadurch aber keine Zeit zum Schauen.
Holger schimpft den ganzen Weg und ich ärgere mich über meine "Vor - Pilger", denn sicherlich ist niemand über den Zaun geklettert.
Wir erreichen Krinidis und kaufen als erstes kalte Getränke. Ich habe das Gefühl 50% unserer Ausgaben gehen für kalte Getränke weg, denn die sind im Vergleich zum Essen richtig teuer.
Wir laufen zum Quartier und dass ist am oberen Ende des Ortes und Holger flucht, dass wir nicht etwas anderes gebucht haben ( wir wollten unser Budget einhalten). Zum Glück war er dabei und wir wussten, dass es am Ende liegt. Aber der Asphalt hat geschlaucht bei über 30°C sind wir wieder 29 km gelaufen und ich habe mir eine fette Blase geholt.
Das Appartement ist hübsch, sauber und wir blicken direkt auf die Akropolis. Nach dem Duschen geht Holger ein Terrassendinner einkaufen und fährt per Anhalter zurück. Jetzt sind wir wieder entspannter.
Der Hund der Familie ist auch k.o. und zuckt nur, wenn die Katze kommt.
Als Nachtisch gibt es Joghurt mit Walnüssen und Honig....lecker und fett mit 10%.... dann können wir morgen wieder 100% geben.😀
Ich werde erst 8:30 Uhr wach und ich habe voll verpennt. Kein Wunder, war ich doch lange wach, weil Holger unten schnarchte und ich oben nichts zum werfen hatte. Holger wackelt auch erst, nachdem ich ihn anquatsche. Morgenroutine, Kaffee und Joghurt auf der Terrasse und dann geht es los.
Wir laufen zum Forum Romanum von Philippi und laut Holgers Recherche kann man das Theater gratis besichtigen, doch das stimmt nicht mehr. Allerdings wollen wir nicht stundenlang in der heißen Sonne alte Steine gucken, sondern nur das Theater, doch dafür 20€ zu investieren ist und zuviel und so schauen wir aus der Ferne und gehen dann los.
Unser Weg führt uns immer an der Hauptstraße entlang, an der mindestens 15 Cafés bzw. Bars geöffnet sind und überall sitzen Leute jeden Alters, trinken, essen, schwatzen....herrlich vormittags um 10 Uhr gibt's in Deutschland "Knoppers" und hier das " Dolce Vita". Die Uhren ticken hier anders.
In einem Garten steht ein großer Jasminbusch, der pilzförmig geschnitten wurde und einen riesigen Sonnenschirm abgibt. Ich stelle mir den himmlischen Duft darunter vor.
Mit meiner Blase trete ich heute etwas vorsichtig auf, da sie unter der Zehe sitzt spüre ich sie bei jedem Aufsetzen des Fußes. Ich versuche nicht komplett abzurollen, doch bald krampft der Fuß. Zum Glück ist die Etappe heute etwas kürzer.
Dann steht ein riesiger Stein am Weg, der "Dikili Tash" ( stehende Stein). Er verweist auf die Siedlung aus der Bronze- und frühen Eisenzeit.
In Dikili Tash trank man bereits um 4300 v. Christi Rotwein. Irre, was Archäologen alles rausfinden können. Die Ausgrabungsstätte liegt abseits unseres Weges und so bewundern wir nur diesen Koloss.
Wir kommen mal wieder an einem "Autoschrauber" vorbei, der seine Autos sortiert und gesichert aufbewahrt. Holger denkt schon an die Heimfahrt und überlegt, ob es eine Idee wäre, ein altes Auto zu kaufen und so nach Hause zu fahren. Er hat schon recherchiert und festgestellt, dass es länger dauert. Was ihn aber richtig aufregt, ist das ein Flug ab Thessaloniki nach München nur 45€ kostet und nur 2 Stunden dauert. Mit Bus+ Bahn kostet es ein Vielfaches. Ich bin im hier und es jetzt und möchte noch nicht darüber nachdenken. Noch liegen knapp 200 km vor uns.
Die Straße ist wieder Schnurgerade bis nach Amygdaleonas und die Sonne brennt.
Dann sehen wir den letzten Taleinschnitt den wir queren müssen, um zurück ans Meer zu kommen.
In Amygdaleonas müssen wir ein Stück entlang der Hauptverbindungsstraße von Drama nach Kavala und der Verkehr ist berauschend und laut. Fußweg gibt es keinen, aber eine Straßenabtrennung, die uns als "Catwalk" dient.
Dann können wir auf einer Nebenstraße weiterlaufen und am Friedhof gibt es einen Wasserhahn, an dem wir uns wässern. Die Mittagshitze ist erdrückend. Etwas später finden wir eine Bank im Schatten, wo wir etwas ausruhen und etwas trinken.
Dann beginnen wir den letzten Teil der Etappe und laufen nach Stavros, an Kleingärten vorbei. Ein Auto hält neben uns und es ist wie immer. Der Grieche ist etwas ungläubig über unsere Geschichte, dann begeistert und er möchte ein Foto. Klar. Er fragt, ob er uns helfen kann, ob wir etwas brauchen. Dann schenkt er uns Kirschen, die er gerade in seinem Garten gepflückt hat, wünscht uns einen guten Weg und fährt weiter.
Der Weg führt steil bergauf und hinter den letzten Häusern laufen wir tatsächlich auf das originale Pflaster der "Via Egnatia". Die Straße, die im 2. Jahrhundert vor Christi als wichtigste Handelsstraße zwischen der östlichen Adria und Konstantinopel gebaut wurde. Als Verlängerung der "Via Appia" war sie die zentrale Verbindung zwischen Rom und Byzanz.
Es ist schon ein erhebendes Gefühl auf über 2000 Jahre alten, von Menschen bearbeiteten Steinen zu laufen und auch sehr anstrengend, da man schnell umknicken kann. Was könnten diese Steine alles erzählen? Wieviele Füße sind schon darüber gelaufen? Gedanklich sehe ich das Fußgetrappel.
Und auch hier blüht es zwischen den Steinen bunt.
Oben angekommen führt ein schmaler Pfad über den Kamm und dann sehen wir schon das Meer.
Wir laufen von oben nach Kavala bis runter zum Hafen und dann zu unserem Appartement, dass Holger gebucht hat. Er hat nicht auf den Preis geschaut, sondern wollte Meerblick und Altstadt, um kurze Wege zu haben. Hier machen wir wieder einen Tag Pause, bevor es an die letzten 200 km geht.
Das Appartement ist schön und wir ziehen ein. Allerdings hat der Vermieter das 2. Schlafzimmer, dass wir mit gebucht haben, einfach abgeschlossen. Das geht nicht. Nach der letzten Schnarchnacht will ich mal wieder ruhig schlafen. Holger schreibt ihm eine Nachricht und er wird abends vorbeikommen um aufzuschließen.








Wir machen uns frisch und gehen einkaufen. Beim Supermarkt kaufen wir Eier, denn ich brauche mal wieder Proteine und wir wollen die herrliche Terrasse nutzen. Dann suchen wir einen Bäcker und vor einer Bar hole ich das Handy raus und sage Holger, ich schaue mal wo es einen Bäcker gibt. Da antwortet eine Frau, sie hat einen um die Ecke gesehen. Na super, einmal deutsch gesprochen und schon die ersten Touristen getroffen. Wir bedanken uns und laufen dahin. Holger sieht unsere Lieblings- Bougatsa, doch ich sage, wir brauchen nur Brot und die holen wir uns morgen frisch zum Frühstück. Holger steht vor der Theke mit " Hundeblick". Die Verkäuferin packt eine Bougatsa ein und Holger sagt "nein" , doch sie sagt, es ist ein Geschenk. Und was für ein Geschenk 😋. Wir bedanken uns und staunen wieder über diese lieben Gesten.
Dann ruhen wir aus und warten auf den Vermieter. Er kommt und meint, er dachte eine Ehepaar braucht nur Schlafzimmer. Holger spricht ihn auf die magere Geschirr- Ausstattung an und er erzählt, es wäre am Anfang alles da gewesen, doch dann verschwunden. Ich denke ein paar kleine Plastelöffel kosten nicht die Welt und bei dem Preis kann ich auch mehr als eine Kaffeetasse, die der Größe einer solchen entspricht, erwarten. Aber das soll uns nicht den Abend vermiesen.
Wir gehen noch auf einen Abendspaziergang und jetzt ist die Stadt/ Kneipen voller Leben. Die Lichtstimmung ist herrlich und ich freue mich auf den Pausentag.
Platz ist in der kleinsten Gasse.
In einer alten Moschee wird gerade eine Vernissage einer Künstlergruppe vorbereitet. Wir werden eingeladen uns umzuschauen, was wir gerne machen. Während ich Bilder und Architektur anschaue, erzählt Holger einer Dame das wir pilgern. Sie ist so erstaunt, dass sie es den anderen Frauen erzählt und plötzlich haben wir 6 x 100% Aufmerksamkeit. Sie feiern uns und wir machen ein Foto.
Für seine bunten Häuser ist die Altstadt von Kavala bekannt und sie sind wirklich hübsch.
Doch uns zieht es noch einmal hinab zum Meer.
Hier ist einfach ein Stück Uferpromenade samt Bank abgestürzt, doch findet jeder einen Weg zum weitergehen.
Dann sitzen wir auf der Terrasse, essen Abendbrot und genießen diesen Ausblick.
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