Finale
Morgens sind wir wirklich schon 8 Uhr in der Spur und es ist schon schön warm. Wir müssen zurück auf den JW und das geht von Maroneia aus über den E6. Wir laufen die Straße hinab, um dann auf einen breiten Kiesweg einzuschwenken,....
...der uns in eine wirklich irre Landschaft mit uralten Olivenbäumen bringt.
Alte Ausgrabungsstätten liegen am Weg, doch der Weg ist weit und heiß, sodass wir nur von draußen schauen und dann weiter laufen.
Wir kommen immer wieder an kleinen "Baustellen" vorbei, wo Rohre zur Wasserableitung aus den Bergen verlegt werden und wundern uns darüber. Doch dann kommt der erste Bagger und wir sehen, dass hier eine neue Schnellstraße gebaut wird. Oh nein! Sollen die letzten noch unberührten Badestrände erschlossen werden? Es ist so schade, um dieses schöne Fleckchen Erde, dass bisher von Müll, Strandbars und Verkehr verschont wurde. Ehrlich, im Jahr 2026 hatte ich gehofft, der Mensch ist schlauer.
Beim in die Berge laufen sehe ich, dass die Berge wie aufgeschichtete Steinhaufen sind und nicht erwandert werden können. Die Pflanzen suchen sich ihre Lücken und wir sehen in den Felsformationen eine Schildkröte, Bernd das Brot und vieles Anderes. Einfach bizarr.
Oberhalb des Weges steht eine orthodoxe Kirche, doch jeder Umweg wird heute vermieden, da die Etappe lang ist und wir bergauf noch mehr schwitzen.
Kurze Zeit später müssen wir bergauf ein Museum umrunden, die Mesembria- Zone. Auch hier reicht uns der Blick von außen und dann gehen wir weiter, weil wir mit der Hitze kämpfen. Von der Abkühlung im Meer ist nichts mehr übrig und der Schweiß läuft. Das Meer lockt mit seinem glasklaren Wasser, doch wir laufen, laufen, laufen.
Danach wird er etwas träge und ich erleichtere seinen Rucksack am Sammelfisch.
In der Ferne sehe ich schon das Kloster der heiligen Jungfrau.
Der JW soll direkt dahin führen, doch auch heute stimmt die Routenführung nicht mehr und da wo ein Weg sein soll ist undurchdringliches Gestrüpp, sodass wir einen Umweg laufen müssen und Holger mault, wie ein Schulkind. Ich schalte auf Durchgang und laufe einfach weiter. Am Kloster verweigert er das Mitkommen und setzt sich an der Zufahrt hin.
Ich gehe alleine hinein und bin auch alleine drin. Niemand zu sehen und die Türen der Kirche sind verschlossen. Der Blick von hier zum Meer und in die Berge ist famos und die Architektur wunderschön. Schade, dass ich hier nicht ein bisschen unter den alten Olivenbäumen sitzen kann, weil Holger vorn wartet.
Nun sind es noch drei uns endlos erscheinende Kilometer bis Makri, wo wir ein Appartement gebucht haben. Es geht bergauf und Holger ist heute echt geschlaucht.
Wir duschen und gehen früh zum Essen. Der Ort ist ziemlich runtergekommen und wir sind darüber erstaunt, weil hier viele Bulgaren und Türken Urlaub machen, es ein Touristenort mit dementsprechenden Preisen ist.
Wir haben die 31 km gerockt, bei Sonne satt und 29° im Schatten, den wir aber sehr selten gefunden haben. Gefühlt waren es mindestens fünf Grad mehr.
Der letzte Wandertag bricht an und heute geht es ganz langsam los. Die Etappe ist kurz und wir können erst 14 Uhr einchecken. Dementsprechend lässt Holger sich viel Zeit. Er geht zum Bäcker und wir frühstücken gemütlich vor unserem Appartement.
Dann packen wir und kommen tatsächlich erst kurz vor 10 Uhr los.
Aus Makri laufen wir auf einen Feldweg durch einen wunderschönen Olivenbaum- Wald. Die Bäume sind mächtig im Stamm, der mal verdreht oder für auch schon halb löchrig ist. Die Rinde schorfig oder auf der Wetterseite glatt poliert. Ich betrachte sie mit Abschied im Blick.
Dann geht es noch einmal ein Stück direkt am Meer entlang, dass in der Sonne glitzert. Es funkelt mir ein "bye, bye" zu. Ich bin etwas melancholisch drauf, heute.
Die letzten Kilometer laufen wir im Hinterland und die Ruhe ist phantastisch. Es geht noch einmal steil bergauf und dann wieder bergab und dann sehen wir schon unser Ziel Androupoli.
Wir laufen zum Leuchtturm und setzen uns auf eine Bank und trinken etwas. Dann sehen wir, dass wir schon den Code für das Appartement bekommen haben und ziehen ein.
Das war's! 788 km in 34 Tagen durch den Kosovo, Nordmazedonien und Griechenland. Nun muss sich alles setzen, die Erlebnisse waren so vielfältig und wir werden sicher noch viel zurück blicken.
Wir laufen zur Hauptkirche zur Sankt Nicolae und treffen tatsächlich auf den Popen, der kein Wort Englisch kann, uns stehen lässt und seinen Aufpasser schickt, dem wir unser Anliegen erklären. Er erklärt es dem Popen und der ist wieder von der unfreundlichen Sorte und behauptet, er hat keinen Stempel. Der Aufpasser sagt, wir können es bei einer anderen Kirche versuchen. Ich ärgere mich, doch es bringt nichts. Wir zünden zwei Kerzen an und danken, dass wir hier angekommen sind, nichts passiert ist und wir "immer noch" verheiratet sind.😄
Nun müssen wir nur noch zurück. Ich bitte euch alle (die mich kennen wissen, dass ich extreme Flugangst habe), denkt übermorgen ( Sonntag) 21 Uhr an mich und schickt mir all eure guten Gedanken und Stoßgebete, damit ich gut durch den Himmel komme. 🙏































































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