Urlaub vom Pilgern

 Nun bin ich schon Mittwochs, statt wie angenommen Freitags in Budapest angekommen, weil ich einfach zu schnell war und die Unterkünfte in Ungarn nicht unbedingt zu einem Pausentag eingeladen haben.

Holger's Besuch haben wir vor Beginn der Reise geplant und deshalb kommt er am Samstag hier an. Deshalb kann ich jetzt Urlaub vom Pilgern machen. Dem Körper Gutes tun und den Füßen eine schöne Pause gönnen.

Ich bin bis dahin bei meiner Pilgerfreundin Tracy, die zufällig gerade hier ein größeres Arbeitsprojekt laufen hat, eingeladen und das Appartement ist der Hammer. Direkt hinter dem Parlament, Nahe der Donau, schick und mit funktionierender Dusche. Gestern habe ich mich in die Wanne gelegt und war einfach nur fertig.

Sie kam spät vom Schaffen und unser Wiedersehen war herzlich. Es ist für mich jedes Mal eine besondere Freude, sie in den Arm zu nehmen. 2015 auf dem Camino habe ich sie kennen gelernt, Ringo, ihren Mann, unabhängig von ihr, ein paar Tage später und als wir uns in Santiago wieder getroffen haben, waren sie ein Paar. Die Camino- Liebe ist etwas besonderes. Als ich 2021 auf den Weg nach Rom war, habe ich bei ihnen in Deutschland Pause gemacht und nun hier. Sie sind immer am richtigen Weg und wir fühlen uns immer wieder verbunden.

Heute habe ich sogar länger geschlafen. Dann habe ich die Morgenkühle mit einem Kaffee, Porridge und einem Buch auf dem Balkon genossen und die Waschmaschine hat gearbeitet. Ein bisschen Yoga und dehne reicht als Sportprogramm am Pausentag.


Als die Wäsche hing, bin ich zu einem Kosmetikstudio in der Nähe gelaufen und habe meinen Füßen eine Pediküre spendiert.

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Zwei Stunden Handarbeit waren nötig, bis die Schrunden weg waren. Mit dem Übersetzer habe ich mich nett mit der Ungarin unterhalten. Sie könnte es nicht glauben, dass ich bis Budapest gelaufen bin. 

Danach habe ich ein Mittagspäuschen eingelegt, die Füße hoch und automatisch gingen die Augen zu. Nach einem Kaffee bin ich nur noch zu Spar gelaufen und habe eingekauft, weil ich meinen Gemüse- Hunger stillen wollte. 




So bin ich heute tatsächlich nur 5 km unterwegs gewesen. Perfekt! Zurück koche ich dann lecker Abendessen und genieße es auf dem Balkon. Inzwischen ist es da wieder angenehm auszuhalten.


Heute, am Freitag, dem 2. Pausentag, gönne ich nicht nur den Füßen etwas, sondern gehe zu einer Thai- Massage und lasse mir den Rücken und die Füße durchkneten. Dass ich verspannt bin, ist logisch, wenn ich 50 Tage den Rucksack getragen habe und so viele Kilometer gelaufen bin. Was da aber alles fest war und knackte war schon heftig. Oh weh tat das weh, oh weh war das gut! Danach fühlte ich mich viel lockerer und ich kann meinen Hals wieder besser drehen. Das hat sich gelohnt.

Auf dem Weg dahin war natürlich etwas Sightseeing. Budapest hat wunderschöne, große Gebäude und sehr viel, mich immer wieder faszinierenden Jugendstil. Es gibt überall im Zentrum kleine grüne Plätze und Springbrunnen. 



Heute morgen wurde ich exakt 6:30 Uhr wach und Holger ist gerade mit dem Flixbus in Budapest angekommen. Mit der Metro ist er schnell da und das Wiedersehen ist perfekt. Ich freue mich total und nach ein paar Sekunden ist es so, als wäre er die ganze Zeit da. Er ist einfach mein Hafen. 



Wir frühstücken zusammen und dann schlendern wir durch die Stadt. Da ich die letzten Tage mehr Spa als Sightseeing gemacht habe, können wir nun Budapest gemeinsam erkunden.
Es ist richtig heiß und überall in der Stadt sind Springbrunnen, Trinkbrunnen und Wasserzerstäuber ( Ventilatoren mit Wassernebel), dadurch sind die 36°C auszuhalten.



        Marien- Prozession vor der Kathedrale 

                 "Waschstraße"

           Denkmal welches die Geschichte dreht...

          ....Bürgerprotest dagegen


                 Jugendstil vom Feinsten 

Jeder will etwas verdienen.

Wir gehen zum Apartment zurück und holen unsere Sachen, denn heute ziehen wir um, weil Ringo und Sohn nach Budapest kommen und so alles etwas eng geworden wäre. Holger hat uns eine kleine Wohnung mitten im Szeneviertel ( starke Ähnlichkeit mit der Dresdner Neustadt) gemietet. Wir wohnen im 3. Hinterhof von 7 Hinterhöfen und im Erdgeschoss ist eine Kneipe, Bar, Club an der Anderen. Alles ist bunt,laut und davor ist auch noch Trödelmarkt.












Wir ziehen ein und dann gehen wir noch einmal los in Richtung Burgviertel. Dabei entdecken wir offizielle Grillplätze direkt an der Donau. Cool, nur etwas schmuddelig.









Aus der Limousine winkten tatsächlich sechs Kinder... Kindergeburtstag der Besserverdiener?
Wir laufen auf den Burgberg und haben einen tollen Blick auf die Stadt.

        Rollschuh- Party

Der Aufzug... für 15€ hoch und runter...da laufen wir lieber.





       Rave- Party zum "kleinen" Eintrittspreis

       .... dafür geht's bis der Bäcker aufmacht😀

       Donauschiffe

           Die längste Bank ( hier nur die Hälfte)

         Wir wollen auf die andere Straßenseite🤭

Dann sind wir genug gelaufen und gehen in unser Carré zurück und essen eine sehr leckere Pizza.




Holger braucht etwas Schlaf und so sind wir schon früh zurück und gehen schlafen.

Die Nacht war nicht so ruhig, wie Holger angenommen hat, denn in den Kneipen wird lange gefeiert. Doch mit Ohropax und dem monotonen Brummen der Klimaanlage bin ich doch noch eingeschlafen 

Sonntag früh holt Holger Brötchen und wir frühstücken gemütlich, bevor wir uns auf zum Gellertberg machen. Auf dem Weg dahin bestaunen wir wieder unzählige schöne Gebäude. Wir sind von der schieren Menge überwältigt.


       Synagoge von der Seite


        Synagoge von vorn












Oben angekommen ist kein rankommen an die Bastion, da alles eine riesige Baustelle ist. Doch die Blicke auf die Stadt sind wunderschön.




Von da geht es zum Gellert- Bad, doch bei Temperaturen von 33°C locken uns keine Thermalquellen und Saunen.






Über eine weitere Brücke gehen wir zu einer kleinen Siesta zurück ins Appartment. 



       Markthalle

Nachmittags treffen wir uns mit Ringo und seinem Sohn und laufen zu dem berühmten Café New York, wo immer eine Schlange steht. Wir wollen nur einen Blick hinein werfen, den Anstehen ist uns ein Graus und Ringo kennt eine Möglichkeit. Es ist wirklich etwas Besonderes.




Wir laufen weiter, bis uns ein Regenschauer zurück in das Appartement von Tracy treibt.



Als der Schauer vorbei ist, hat es sich merklich abgekühlt und wir machen noch einen Spaziergang zur Margaretheninsel. Die Lichtstimmung ist bezaubernd. Im Park gibt es Wasserspiele mit Musik und wir lassen uns verzaubern.








Danach gehen wir in ein ungarisches Restaurant und essen zu Abend. Dann heißt es Abschied nehmen, denn unser letzter Tag in Budapest geht zu Ende und morgen beginnt das " Luxus- Pilgern" mit Holger.








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